Grönlandhund

Grönlandhund

Der sich in arktischer Kälte wohlfühlende Grönlandhund gehört zu den Polarspitzen. Der genügsame Hund kann Temperaturen bis zu Minus 50° Celsius trotzen.

Durch veränderte Lebensgewohnheiten und Klimabedingungen nimmt die Zahl der Grönlandhunde ab. Heute leben nur noch ungefähr 15.000 Exemplare in bestimmten Gebieten Grönlands.

Ihre Haltung ist auf der größten Insel der Erde nur nördlich des Polarkreises erlaubt.

Steckbrief

Rasse: Grönlandhund
Herkunft:Grönland
Größe:Rüden 60 cm und mehr, Hündinnen 55 cm und mehr
Gewicht:von 30 bis 35 kg
Lebenserwartung:bis 13 Jahre
Felllänge:kurz an Kopf und Läufen, am Körper länger
Fellfarbe:ein- oder mehrfarbig, alle Farben sind erlaubt (außer Albinos)
Aufgaben:Schlittenhund, Jagdhund
Listenhund:Nein
FCI GruppeGruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
FCI Sektion:Sektion 1: Nordische Schlittenhunde
FCI Standard:274
FCI Rasse-Standards:Zum PDF

Geschichte der Rasse

Grönlandhunde zählen zu den ältesten Hunderassen der Welt. Sie entstanden aus den grönländischen Eskimohunden, die den Inuit schon seit hunderten von Jahren als Gebrauchshunde dienten.

Im fast überall mit Eis bedeckten Grönland wurden sie von den dort lebenden Inuit als Schlittenhunde für den Transport eingesetzt. Auch bei der Jagd auf Seehunde und Eisbären leisteten die ausdauernden und mutigen Grönlandhunde gute Dienste.

Die Inuit züchteten die Hunde mit dem hauptsächlichen Ziel, ihre Arbeitsleistung und Widerstandskraft zu optimieren. Kraft, Zähigkeit und Ausdauer standen im Vordergrund.

Auf das Aussehen der Grönlandhunde wurde nur zweitrangig Wert gelegt. So entstand eine robuste Rasse, die sich unter den kalten arktischen Bedingungen bestens bewährte.

Berühmtheit erlangten die Grönlandhunde durch Roald Amundsen. Der Polarforscher setzte mehr als 50 von ihnen bei seiner Expedition zum Südpol ein, die im Jahre 1911 von Erfolg gekrönt wurde.

In der Schweiz setzte man ab 1913 Grönlandhunde zum Transport beim Bau der Jungfraubahn ein. Dort stellten sie die Versorgung der Arbeiter mit Lebensmitteln und Post im Winter sicher.

1967 erfolgte die Anerkennung des Grönlandhundes als Hunderasse. Auch heute noch wird der Grönlandhund von den Einwohnern der grünen Insel als Zughund zum Transport von Waren genutzt. Eine Fahrt mit dem Hundeschlitten ist eine Attraktion für Grönland Touristen.

Charaktereigenschaften

Der Grönlandhund ist ein ausdauernder Polarspitz, der voller Energie ist.

Er ist genügsam und an das raue arktische Klima angepasst. Durch seine Beharrlichkeit und Kraft ist das unermüdliche Tier als Schlittenhund geeignet.

Er kann große Lasten durch Schnee und Eis transportieren. Dabei überwindet er Strecken von mehreren Kilometern.

Die Rasse ist es gewohnt im Rudel zu leben. In Machtkämpfen wird um die Rangordnung in der Gruppe gestritten. Sie kommen zwischen den Tieren immer wieder vor. Der Halter muss ihnen seine Führungsposition klar machen.

Menschen gegenüber ist der Grönlandhund freundlich, solange sein Herrchen in der Nähe ist. Auch Fremden tritt er bei seiner Arbeit als Schlittenhund aufgeschlossen entgegen.

Die in der Gruppe lebenden Tiere binden sich nicht stark an eine bestimmte Person. Deshalb ist ein Besitzerwechsel mit etwas Geduld und Einfühlungsvermögen möglich.

Auch heute noch ähnelt der urtypische Vierbeiner in Aussehen und einigen Verhaltensweisen dem Wolf. Sie bellen nicht, sondern kommunizieren wie Wölfe durch Heulen. Bei Gefahr stoßen sie dunkle Warnlaute aus.

Als Wachhund kann diese Rasse aufgrund seines Charakters weniger eingesetzt werden.

Greenland Dog (Greenland Husky/ Grønlandshunden )

Erscheinungsbild

Der Grönlandhund hat einen kompakten Körperbau mit kräftiger Statur.

Durch die breite tiefe Brust und den muskulösen Körper wirkt der Hund kraftvoll. Er hat einen breiten, leicht gewölbten Kopf mit einer keilförmigen Schnauze.

Die dreieckigen Ohren mit abgerundeten Spitzen sind relativ klein. Im Sommer ist der Nasenschwamm dunkel, im Winter kann er fleischfarben sein.

Die leicht schräg gestellten Augen sind von dunkler Farbe, Sie können der Farbe des Fells angepasst sein.

Die Gliedmaßen sind kräftig. Seine großen rundlichen Pfoten sind mit starken Krallen ausgestattet. Auch die Ballen sind stark ausgebildet.

Der Grönlandhund hat ein dichtes doppeltes Haarkleid. Weiche Unterwolle und glattes harsches Deckhaar schützen ihn vor Kälte. Das Fell ist am Kopf und an den Beinen kürzer. Der Körper ist von längerem Fell bedeckt.

Langes Haar an der Unterseite des Schwanzes lässt ihn buschig erscheinen. Die Rute wird wie ein Bogen gekrümmt über dem Rücken getragen. Bei manchen Tieren ist sie leicht eingerollt.

Grönlandhunde im Schnee

Haltung und Pflege

Grönlandhunde sind an das raue Klima des hohen Nordens gewöhnt. In warmen Gegenden fühlen sie sich nicht wohl. Werden sie außerhalb des Polarkreises gehalten, sollten sie bei Temperaturen über 15° Celsius nicht arbeiten.

Besitzer dieser Hunderasse brauchen viel Zeit und Raum, um mit den Tieren lange Ausflüge zu machen, die das enorme Bewegungsbedürfnis befriedigen.

Schlittenhundetraining ist in europäischen Breitengraden nur bedingt möglich. Als Alternative kann das Ziehen von speziellen Zugwagen dienen.

Auch ausgiebige Wanderungen in der Natur helfen, den ausdauernden Hund körperlich auszulasten. Grönlandhunde sind nicht für das Leben in der Wohnung oder Stadt geeignet.

Die Haltung sollte erfahrenen Hundeliebhabern überlassen bleiben. Ihre Erziehung erfordert Konsequenz, Strenge und Geduld. Als Hunde, die sich im Rudel wohlfühlen, sollten sie nicht alleine gehalten werden.

Das dichte Fell benötigt kaum Pflege. Es reicht, das Fell regelmäßig zu bürsten. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist die Fellpflege etwas aufwendiger. In dieser Zeit müssen loses Deckhaar und Unterwolle herausgebürstet werden.

Züchter

Wer einen gesunden Hund erwerben möchte, sollte sich an einen Züchter wenden. Seriösen Züchtern ist es mit viel Erfahrung möglich, dem Rassestandard entsprechende Grönlandhunde zu züchten.

Ein guter Züchter wird dem zukünftigen Hundebesitzer alle Fragen zur Aufzucht oder über die Eltern des Welpen gern beantworten. Schon vor dem Kauf kann sich der neue Besitzer mit dem Welpen bekannt machen.

Er kann sich die Zuchtstätte ansehen und sich selbst einen Eindruck verschaffen.

Außerhalb Grönlands ist die Rasse kaum anzutreffen. Daher ist es schwierig einen Züchter in der Nähe zu finden.

Bei der Suche kann der Deutsche Club für Nordische Hunde (DCNH e.V.) Auskunft erteilen.

Ein Züchter mit langjähriger Erfahrung stellt unter http://www.groenlandhunde-zucht.de seine Schlittenhundezucht vor.