Finnischer Lapphund

Finnischer Lapphund

Ja, was ist denn das für ein niedliches Bärchen? Nein, nein, dieses vermeintliche, niedliche „Bärchen“ ist in der Tat ein „Finnischer Lapphund“.

Eine ganz besondere Rasse, welche aus dem hohen Norden stammt. Flauschig wie ein Bärchen, flink wie eine Rennmaus und so unendlich knuddelig.

Wer könnte diesem kleinen Wonneproppen widerstehen?

Steckbrief

Rasse: Finnischer Lapphund
Herkunft:Finnland
Größe:Rüden 46 – 52 cm, Hündinnen 41 – 47 cm
Gewicht:15 – 24 kg
Lebenserwartung:12 – 15 Jahre
Fellänge:mittel-lang
Fellfarbe:schwarz, braun, weiß, grau, mehrfarbig gemischt
Aufgaben:Schlitten- Begleit- oder Hütehunde
Listenhund:Nein
FCI GruppeGruppe 5: Hunde vom Urtyp
FCI Sektion:Sektion 3: Nordische Wach- und Hütehunde
FCI Standard:189
FCI Rasse-Standards:Zum PDF

Geschichte der Rasse

Sein offizieller Name in seiner Heimat Finnland lautet Suomenlapinkoira.

In Deutschland wird der „Finnische Lapphund“ gerne kurz „Lappi“ genannt. Ursprünglich gehörte er den Hütehunden in Lappland an, wo seine Aufgabe darin bestand, auf die Rentier-Herden aufzupassen.

Und das war keine einfache Aufgabe, diese schnellen und wendigen Tiere zu bewachen. Und so entwickelte sich über viele Jahre im hohen Norden ein flinker, aufmerksamer und intelligenter Aufgabenhund.

Daneben begleitete er seine Menschen zur Jagd und bewachte auch deren Lager. Sein dichtes, weiches Fell diente ihm zum Wärmen seiner Familie.

Bereits im Jahre 1750, wurde der „Finnische Lapphund“ von den schwedischen Naturforscher Carl von Linné mit großer Bewunderung beschrieben.

brauner Finnischer Lapphund

Als er im Jahre 1900 von schwedischen und finnischen Hundeliebhabern als Begleithund entdeckt wurde, war er bereits sehr selten geworden. Damals gab es den „Finnischen Lapphund“ in allen möglichen Variationen, jedes Volk hatte ihn in einer etwas anderen Form.

Eine erste Rassedefinition erfolgte im Jahre 1945 vom Finnischen Kennel Club. Und im Jahre 1955 erfolgte auch die Anerkennung durch die Fédération Cynologique Internationale.

Seinen heutigen Namen erhielt er erst im Jahre 1993. Lange Zeit über, gab es in Deutschland keine gezielte Zucht. Inzwischen werden hier im Schnitt etwa 50 Welpen der Rasse „Finnischer Lapphund“ geboren.

Finnischer Lapphund im Rasseportrait: Eine freundliche Hunderasse?

Charaktereigenschaften

Ein „Finnischer Lapphund“ ist überaus warmherzig und sehr intelligent. Er verlor niemals den inneren Bezug zum Norden.

Ist er erst einmal in seine neue Familie integriert, wird es auf Dauer wohl keine treuere Seele geben. Allerdings ist er Fremden gegenüber zunächst sehr vorsichtig und verdeutlicht dies gelegentlich mit lautem Bellen.

Er besitzt zugleich Qualitäten eines Arbeitshundes als auch eines Familienhundes. Diese Kombination macht ihn in vielen Situationen sehr nützlich. Häufig wird er aufgrund seines soliden und starken Charakters auch als Therapiehund eingesetzt.

Der friedliche „Lappi“ strahlt eine enorme Ruhe und Friedfertigkeit aus. Der ursprüngliche Jäger in ihm, kann mit der richtigen Erziehung und dem perfekten Training sehr gut gezähmt werden.

Er ist mutig, treu, aufgeweckt, neugierig und liebt es Neues zu erkunden. Auch seine Lernbereitschaft ist sehr gut ausgeprägt, weshalb es ihm leicht fällt, sich neue Kommandos oder Befehle anzueignen und auch auszuführen.

Seine über viele Jahre ausgeführten Aufgaben unter der Leitung seiner Familien in Lappland, ließen den kleinen Kerl überdurchschnittlich zäh werden. Er ist definitiv kein Jammerlappen und äußerst robust.

Seine Rudelführer akzeptiert er bedingungslos und ordnet sich mit der richtigen Erziehung ganz wunderbar unter. Auch Kindern gegenüber ist er sehr fürsorglich und lieb. Mit anderen Hunden versteht er sich in aller Regel gut.

Erscheinungsbild

Der „Finnische Lapphund“ erinnert optisch an ein niedliches Bärchen oder einen Husky. Ein Rüde dieser Rasse verfügt über eine Widerristhöhe von etwa 49 cm, eine Hündin um die 44 cm.

Seine Körperlänge übertrifft seine Widerristhöhe in geringem Maße. Das durchschnittliche Gewicht liegt bei etwa 20 kg. Sein Fell ist flauschig, dicht und verfügt über ein doppeltes Haarkleid.

Das Fell ist robust, glatt und wetterfest. Sein Deckhaar ist rau. Am Hals, an der Rute, am Bauch und am Hinterteil ist er etwas dichter behaart. Das Fell im Gesicht wächst deutlich kürzer.

Das Fell kann in sämtlichen Farbvariationen vorkommen, wobei die Grundfarbe meist klar zu erkennen ist.

Seine spitzen Ohren stehen meist aufrecht nach oben. Die Rute ist mittellang und in der Regel mit viel Fell bedeckt. Seine Rute trägt der „Finnische Lapphund“ auf seinem Rücken leicht nach vorne gekringelt. Im Ruhezustand hängt die Rute auch gerne einmal herunter.

Da die Rasse optisch auch etwas an einen Husky erinnert, ist seine Verbindung zum hohen Norden sehr eindeutig.

Haltung und Pflege

Was die Erziehung betrifft, so ist der „Finnische Lapphund“ ein sehr unkomplizierter Kandidat. Aus diesem Grund eignet sich der kleine Freund aus dem Norden auch recht gut für Hundeanfänger, welche im optimalen Fall noch eine Hundeschule mit ihm besuchen.

Er fühlt sich in einer engen Wohnung nicht wohl. Vorzugsweise hält er sich draußen auf, weshalb ein schöner Garten eine wunderbare Sache für ihn wäre.

Sehr gerne schläft er auch mal draußen, weshalb eine hübsche Hundehütte für ihn eine weitere, tolle Ergänzung darstellt. Der kleine Abenteurer liebt es außerdem, im Schnee zu toben und buddelt sich auch zwischendurch gerne einmal ein Loch oder eine kleine Höhle.

Der „Finnische Lapphund“ verliert aufgrund seines dichten und doppelten Fells sehr viele Haare. In Zeiten des Fellwechsels bedarf seine Mähne daher besondere Pflege in Form von regelmäßigem Bürsten.

Er sollte niemals geschert werden, auch nicht im Hochsommer. Was viele Menschen nicht wissen: Sein dichtes Fell wärmt ihn nicht nur regelmäßig, sondern kühlt ihn auch an heißen Tagen ab. Auch Routinebesuche beim zuständigen Tierarzt, Krallen schneiden, Zahnsteinentfernung und Schutzimpfungen müssen für ihn stattfinden.

Züchter

Damit die Rasse des wunderbaren „Finnischen Lapphundes“ weiterhin bestehen bleibt, sind professionelle Züchtungen unumgänglich. Einige Hundefreunde machten es sich zur Aufgabe, diesen besonderen Urtyp zu erhalten und konzentrieren sich voll und ganz auf dessen reinrassige Züchtung.

Wer sich gerne näher über den „Finnischen Lapphund“ informieren möchte oder sogar eine Adoption in Betracht zieht, kann unter folgenden Adressen mehr erfahren:

www.tammikoira.de

my-lapphund.de

www.perle-des-nordens.com