Die 7 besten Strategien gegen Übergewicht bei deinem Seniorhund

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Laut des Bundesverbands für Tiergesundheit ist in Deutschland fast jeder zweite Hund zu dick. Mit dem Gewicht steigt dabei das Risiko für gewisse Krankheiten. Gleichzeitig sinkt die Lebenserwartung.

Damit dein Seniorhund noch lange gesund bleibt, solltest du also unbedingt auf ein gesundes Körpergewicht achten. Bei Hunden bedeutet das, dass du seine Rippen mit leichtem Druck spüren solltest.

Schaust du von oben auf ihn herab, während er steht, ist seine Taille gut erkennbar. Je plüschiger dein Vierbeiner ist, desto schwieriger ist das aber zu erkennen.

Wie du Übergewicht speziell bei Seniorhunden verhindern und bekämpfen kannst, erfährst du in den folgenden sechs Punkten.

📑 Tipp #1: Lasse deinen Hund vom Tierarzt durchchecken

Bevor du dich an die direkte Bekämpfung des Übergewichts machst, steht ein Tierarztbesuch an. Das ist gerade bei alten Hunden wichtig. Es gibt nämlich Krankheiten, die zu Gewichtszunahme führen, ohne dass dein Hund zu viel frisst.

Diese Krankheiten betreffen nicht nur Seniorhunde, aber treten bei ihnen doch häufiger auf. Wie du auf der Internetseite von Tierarzt Dr. Hölter nachlesen kannst, führen zur Gewichtszunahme auch

  • eine Schilddrüsenunterfunktion
  • Cushing und
  • hormonelle Störungen, ausgelöst durch Fehlfunktionen der Geschlechtsdrüsen,

Eine Diät würde deinem Hund in so einem Fall gar nicht helfen. Zunächst musst du also die Ursache für sein Übergewicht kennen. Dann kannst du es bekämpfen.

Gleichzeitig hilft dir der Termin beim Tierarzt dabei, die richtigen Wege für die Gewichtsreduktion zu finden. Leidet dein Hund beispielsweise an Gelenkverschleißerscheinungen, darfst du ihn nicht übermäßig mit Bewegung fordern.

Futterumstellungen solltest du auch mit deinem Tierarzt absprechen.

Im Alter brauchen Hunde andere Nährstoffzusammensetzungen. Ist dein Vierbeiner vorerkrankt, bekommt er möglicherweise speziell dafür zusammengestelltes Futter. Davon solltest du nicht ohne Rücksprache abweichen.

📑 Tipp #2: Ermittle seinen Energiebedarf

Die allermeisten Hunde wiegen deutlich weniger als ihre Besitzer. Entsprechend brauchen sie auch viel weniger Energie, um durch den Tag zu kommen. Im Alter verändert sich ihr Energiebedarf nochmals.

Weil sie Muskeln abbauen und sich weniger bewegen, brauchen sie weniger Kalorien, um ihr Gewicht zu halten. Auch wenn dein Hund also seit Jahren dasselbe Futter in gleicher Portionsgröße frisst, nimmt er nun möglicherweise zu.

Um herauszufinden, wie viele Kalorien dein Hund täglich braucht, nimmst du folgende Formel zur Hand: (Körpergewicht des Hundes * 30) + 70.

Das ergibt seinen Grundumsatz, also die Menge an Kalorien, die er auch dann verbraucht, wenn er nur in seinem Körbchen liegt. Je mehr er sich bewegt, desto mehr zusätzliche Kalorien braucht er.

Für einen durchschnittlichen Seniorhund eignet sich die Formel: Grundumsatz * 1,6. So ergibt sich folgende Tabelle für seinen Bedarf:

  • Seniorhund mit 10 kg Körpergewicht: 592 Kalorien pro Tag
  • Seniorhund mit 20 kg Körpergewicht: 1.072 Kalorien pro Tag
  • Seniorhund mit 30 kg Körpergewicht: 1.552 Kalorien pro Tag
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Bedenke aber, dass es sich dabei wirklich um Durchschnittswerte handelt. Der tatsächliche Bedarf deines Hundes hängt von so vielen Faktoren ab, dass er sich so genau gar nicht berechnen lässt.



Soll dein Hund abnehmen, muss er unter seinem Bedarf bleiben. Gleichzeitig musst du trotzdem seinen Grundumsatz über Futter decken. Ansonsten nimmt er zu schnell ab, was im fortgeschrittenen Alter auch schädlich ist.

📑 Tipp #3: Beziehe alle Familienmitglieder ein

Die beste Diät nützt nichts, wenn dein Senior von anderen Familienmitgliedern weiterhin vollgestopft wird. Leckerlis haben häufig 400 Kalorien auf 100 g oder sogar noch mehr. Bei einem kleinen Hund bedeuten also schon wenige Leckerlis, dass sein Abendessen deutlich schmaler ausfallen muss.

Informiere also alle Personen, die deinen Hund füttern, über dein Vorhaben. Idealerweise gibst du ihnen direkt eine Alternative in die Hand. Ansonsten verfallen sie schnell wieder in alte Muster. Schließlich guckt der Vierbeiner sie erwartungsvoll an. Ihm da keinen Keks zu geben, grenzt ja schon an Tierquälerei.

Was sich auch eignet, ist, einen Teil seiner Ration als Leckerlis zur Verfügung zu stellen. Wiege dafür morgens die Futtermenge ab, die dein Hund den Tag über bekommen soll. Nimm davon einen Teil ab und stelle ihn dorthin, wo sonst seine Leckerlis stehen. Das geht natürlich nur mit Trockenfutter.

Jetzt können sich alle Familienmitglieder daran bedienen. Was am Abend übrig ist, kommt einfach mit ins Abendessen.

📑 Tipp #4: Weiche sein Futter ein

Viele Hunde finden in Wasser eingeweichtes Futter klasse. Im Alter ist dieser Tipp besonders hilfreich, weil er auch die Zähne entlastet. Wie Martin Florian Buck schreibt, leiden bereits im Alter von zwei Jahren 80% aller Hunde an Parodontitis.

Zahnstein und andere Erkrankungen des Zahnhalteapparats, die zu Problemen beim Kauen führen, treten dadurch im Alter viel häufiger auf. Ist dein Hund zu alt für eine Narkose, um diese Probleme zu beseitigen, musst du ihm anders helfen.

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Eine Möglichkeit ist, sein Futter einzuweichen. Gleichzeitig sorgt das Wasser dafür, dass dein Hund mehr Volumen zu sich nimmt. Das Wasser füllt seinen Magen und hält ihn länger satt.

Dein Hund steht dadurch nicht mehr eine halbe Stunde nach seinem Frühstück in der Küche und bettelt.

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Alternativ kannst du es auch in selbstgekochter Fleisch- oder Gemüsebrühe einweichen. Beides hat so gut wie keine Kalorien und bringt etwas Geschmack mit.

📑 Tipp #5: Füttere gesunde Snacks

Ich sagte ja bereits, dass in deinem Haushalt alle Menschen an einem Strang ziehen müssen, damit dein Senior abnimmt. Räume also alle ungesunden Hundekekse weg und biete ihnen stattdessen gesunde Snacks zum Verfüttern an.

Hunde dürfen viele Gemüsesorten roh fressen. Dazu gehören beispielsweise Karotten, Gurken und Kohlrabi. Letzteres solltest du aber nur in Maßen füttern, weil es zu Blähungen führen kann. Alle drei Sorten haben kaum Kalorien.

Ist dein Hund kein Fan von rohem Gemüse, probiere doch mal

  • Hüttenkäse,
  • Wassermelone oder
  • kleine, getrocknete Fische (auf die Energieangaben auf der Verpackung achten).

Möchtest du selbst etwas Gesundes für deinen Hund backen, geht das auch ganz leicht. Aus übrig gebliebenem Eiweiß lässt sich Baiser herstellen. Schlage es steif und gib ein paar Kräuter hinzu. Nun füllst du das Eiweiß in einen Spritzbeutel und tupfst kleine Punkte auf ein Backpapier.

Alternativ kannst du auch größere Baisers mithilfe von zwei Teelöffeln aufs Backpapier klecksen. Backe die Baisers, bis sie komplett trocken sind bei etwa 100 °C. Je nach Größe der Tupfen kann das mehrere Stunden dauern.

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Eine andere gute Idee ist Eis für Hunde. Die einfachste Version davon wäre die eingefrorene Hühnerbrühe ohne Salz. Einem großen Senior kannst du ruhig einen ganzen Block in den Garten legen. Er wird daran lecken und knabbern, ohne wirklich Kalorien zu sich zu nehmen.

📑 Tipp #6: Die richtige Bewegung für alte Hunde

Alte Hunde leiden häufig an Arthrose. Das ist eine altersbedingte Verschleißerkrankung der Gelenke. Als Folge haben die Vierbeiner Schmerzen bei Bewegung und verweigern deswegen Spaziergänge.

Leidet dein Hund an Arthrose, braucht er zunächst Schmerzmittel und Entzündungshemmer. Ob weitere Medikamente oder Behandlungen mit Hyaluronsäure möglich sind, muss dein Tierarzt entscheiden.

Als nächstes ist es wichtig, dass er trotzdem in Bewegung bleibt. Ansonsten droht eine Versteifung der betroffenen Gelenke, sodass dein Hund irgendwann gar nicht mehr laufen könnte.

Wichtig ist hierbei aber, dass diese Bewegung so gelenkschonend wie möglich ist. Lasse deinen Hund also nicht von der Leine und hinter Vögeln herjagen. Unter guten Schmerzmedikamenten würde er das vielleicht auch bei fortgeschrittener Arthrose tun.

Dein Vierbeiner sollte stattdessen schwimmen oder im Wasser laufen. Manche Tierarztpraxen oder Tierheilpraktiker haben dafür ein Wasserlaufband. Dabei steht dein Hund bis zur Brust in warmem Wasser und trainiert seine Muskeln, ohne seine Gelenke zu schädigen.

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Eine Trainingseinheit dauert normalerweise 20 bis 30 Minuten. Die Kosten dafür belaufen sich, je nach Praxis, auf etwa 30 bis 50 Euro.

Was auch typisch für Arthrose ist: abends laufen betroffene Hunde besser als morgens. Aus der Ruhe sind die Schmerzen stärker. Hat sich der Hund bereits bewegt, fällt es ihm leichter. Gehe daher morgens besser nur kurz zum Geschäft verrichten raus. Später, wenn sich dein Senior eingelaufen hat, könnt ihr eine etwas längere Runde gehen.

📑 Tipp #7: Ernährungsumstellung statt kleinen Portionen

Wenn dein Senior nach und nach weniger Energie benötigt, musst du seine Futtermenge anpassen. Ein fast leerer Napf macht deinen Hund aber nicht glücklich. Braucht er nur zwei Bissen, um sein Abendessen aufzufuttern, ist die Gefahr groß, dass er noch Hunger hat.

Dann wird gebettelt und manche Hunde fangen auch im Alter noch an, zu klauen. Fällt dir etwas Essbares runter, berührt es kaum den Boden, schon ist es in deinem Hund verschwunden.

Damit das nicht passiert, ist es häufig besser, wenn du eine langsame Futterumstellung durchziehst, anstatt einfach weniger zu füttern. Dabei reduzierst du schließlich nicht nur die Kalorien, sondern auch wichtige Vitamine und Mineralien, die dein Senior braucht.

Entscheidend ist also, dass du ein hochwertiges, auf Senioren abgestimmtes Hundefutter benutzt. Gehe bei der Futterumstellung langsam vor.

Ältere Hunde reagieren leicht mit Verdauungsbeschwerden, wenn sie etwas Neues zu fressen bekommen. Ersetze also langsam immer mehr von seinem alten Futter mit dem Neuen.

Halte dich an die Fütterungshinweise auf der Verpackung und wiege deinen Hund regelmäßig. Sind Allergien bei ihm bekannt oder bekommt er ein spezielles Futter aufgrund einer Vorerkrankung? Dann besprich die Umstellung vorab mit deinem Tierarzt.

Fazit

Ein gesundes Gewicht ist in jedem Alter wichtig. Es beugt Folgeerkrankungen vor und schützt deinen Hund in Maßen vor Gelenkverschleiß. Weil gerade der Senioren das Leben schwer macht, solltest du das Gewicht deines alten Hundes unbedingt im Auge behalten.

Gehe bei der Reduktion vorsichtig vor und behalte immer das fortgeschrittene Alter deines Vierbeiners im Hinterkopf. Das richtige Futter in der richtigen Menge ist hier ausschlaggebend. Über Bewegung allein wird dein Senior nicht mehr abnehmen können. Die Bewegung dient viel eher dem Erhalt seiner Muskulatur.

Frage im Zweifel deinen Tierarzt um Rat. Er sollte auch bei plötzlicher Gewichtszunahme dein Ansprechpartner sein.

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