Podhalaner

Podhalaner steht auf einem Hügel
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Hier kommt ein richtig knuddeliger Eisbär. Na ja, nicht so ganz.

Der polnische Schutzhund, welcher unter dem Namen „Podhalaner“ bekannt ist, ähnelt einem solchen optisch zwar sehr, gehört aber immer noch zu unseren besten Freunden auf vier Pfoten.

Seine Herden, seine Menschen und auch sein Heim beschützt er mit seinem Leben. Aber trotzdem hat der wuschelige Vierbeiner im Grunde ein sehr sanftes Wesen.

Steckbrief

Rasse: Polski Owczarek Podhalanski
Deutsche Bezeichnung:Podhalaner
Bedeutung des Namens:Tatra-Schäferhund
Herkunft:Polen
Größe:Rüden 65 bis 70 cm, Hündinnen 60 bis 65 cm
Gewicht:45 – 69 kg
Lebenserwartung:10 – 15 Jahre
Fellänge:Lang
Fellfarbe:Weiß, Elfenbein
Aufgaben:Hauptsächlich arbeitet er als Herdenschutz- und Hofhund, findet jedoch auch als Begleit- und Therapiehund Verwendung
Listenhund:Ja, aber nur im Schweizer Kanton Tessin
FCI Gruppe:Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)
FCI Sektion:Sektion 1: Schäferhunde
FCI Standard:252
FCI Rasse-Standards:Zum PDF

Geschichte der Rasse

Zu den ältesten Vorfahren des Podhalaners zählen asiatische Doggen, welche bereits vor über tausend Jahren nach Europa gelangten.

Podhalaner Welpe liegt im Laub
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Weiterhin besitzt er eine enge Verwandtschaft zum „ungarischen Kuvasz“ und dem „slowakischen Cuva“, welche ebenfalls beide als Hirtenhunde Verwendung finden.

Auch eine Verbindung zum „Bergamasker Hirtenhund“ halten Experten für möglich.

So entstand schließlich in der Hohen Tatra in Polen allmählich seine Rasse. Das Besondere an ihm ist, dass er erst mit rund 3 Jahren vollständig erwachsen ist.

Podhalaner steht am Strand
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In Polen fand der Podhalaner, welcher im deutschen Sprachraum auch häufig als Tatra-Schäferhund bezeichnet wird, überwiegend Verwendung als Herdenschutzhund.

Er beschützt die Herden überwiegend vor wilden Tieren. Aufgrund seiner Größe ist er durchaus in der Lage, es mit einem Wolf aufzunehmen.

Er attackiert jene Tiere zwar nicht aus eigenem Antrieb, schafft es im Notfall jedoch trotzdem, einen Wolf zu verletzen oder gelegentlich sogar zu töten.

Aufgrund seiner hohen, mentalen Belastbarkeit, findet der Podhalaner auch regelmäßige Einsätze als Therapie- und Begleithund.

In seinem Heimatland Polen ist er außerdem auch als Hof- und Wachhund weit verbreitet.

Ebenfalls sehr populär ist er in den Niederlanden, in Deutschland dagegen ist er im Verhältnis eher selten. Es sind nur rund 250 reinrassige Exemplare seiner Art vermerkt.

Im Jahre 1963 wurde der Podhalaner von der FCI als offizielle Hunderasse ohne Arbeitsprüfung anerkannt. Im Schweizer Kanton Tessin erfordert seine Haltung eine besondere Genehmigung.

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Charaktereigenschaften

Einem Podhalaner fällt es sehr schwer, sich Befehlen unterzuordnen.

Das liegt zum einen daran, dass er zuweilen ein ganz schöner Dickkopf sein kann.

Auf der anderen Seite ist ihm diesbezüglich aber auch kein allzu großer Vorwurf zu machen, da von ihm als Herdenschutzhund stets eine enorme Portion Selbstständigkeit erwartet wird.

Ist Gefahr im Verzug, so muss er blitzschnell auf eigene Faust handeln. Da bleibt oftmals nicht mehr allzu viel Zeit, um bei Herrchen um Erlaubnis zu fragen.

Podhalaner spielt am Strand
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Weiterhin verteidigt er auch sein Eigenheim auf Teufel komm raus. Kein Einbrecher sollte den waghalsigen Versuch unternehmen, an einem Hund seiner Rasse vorbeizukommen.

Möglicherweise wird er den Eindringling nicht zu Tode beißen, aber ihn dennoch kräftig verbellen und im Notfall sogar an die Wand drücken.

Wenn es um die Sicherheit seiner Menschen und seines Revieres geht, so macht er keine Kompromisse.

Seiner Familie gegenüber ist er jedoch einer der treuesten Gefährten, welchen man sich auf vier Pfoten nur wünschen kann.

Ganz besonders Kindern gegenüber ist er sehr geduldig und es braucht eine ganze Weile, bis diesem liebenswerten Vierbeiner die Galle überläuft. Aus diesem Grund ist er auch ein gern genutzter Therapiehund.

Artgenossen sollte er bereits als Welpe gegenüber rechtzeitig angemessen sozialisiert werden.

Andernfalls besteht die Gefahr, dass der kuschelige „Eisbär“ diese dominieren wird. Überhaupt ist seine Erziehung, welche eindeutig in die Hände eines Profis gehört, bei diesem Hund ein sehr entscheidender Aspekt.

Natürlich brauch der Podhalaner regelmäßigen Auslauf und fühlt sich in freier Natur meist am wohlsten. Allerdings ist er kein Freund von ausgeprägten Sporteinheiten und im Grunde seines Herzens doch eher ein gemütlicher Kandidat.

Podhalaner genießt die Sonne
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Erscheinungsbild

Mit einer Schulterhöhe von bis zu 70 cm, zählt der Podhalaner zu den größeren Hunderassen.

Stellt er sich auf, so tanzt er mit einigen Menschen schon bereits auf Augenhöhe. Allerdings sollte ihm regelmäßiges Anspringen im besten Fall frühzeitig abgewöhnt werden.

Mit einem stolzen Körpergewicht von bis zu 69 kg, welche Rüden dieser Rasse erreichen können, könnte er so manchen, schwächer gebauten Menschen problemlos umwerfen.

Podhalaner steht auf der Wiese
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Schließlich nimmt es der sanfte Riese sogar mit Wölfen auf.

Sein langes, weißes Fell, welches nicht allzu stark haart, ist sehr kuschelig und weiterhin selbstreinigend.

Das bedeutet, dass sämtlicher Schmutz von ganz alleine abfällt, sobald das Fell richtig trocken ist. Allein aus diesem Grund ist keine allzu intensive Fellpflege bei ihm notwendig.

Optisch erinnert er ein wenig an einen Eisbären, was seinem dichten Fellkleid zu verdanken ist. Ein weiteres, sehr imposantes Merkmal seiner Art ist seine dichte Halskrause.

Der Podhalaner ist kräftig, allerdings nicht dick gebaut.

Sein massiver Körper setzt sich aus sehr viel Muskelmasse zusammen, welche unter seinem dicken Pelzmantel meist weniger zur Geltung kommt, als eigentlich vorhanden.

Auch seine Rute ist äußerst buschig und steht oder hängt je nach persönlicher Stimmungslage. Seine Augen sind braun und seine Schlappohren hängen seitlich an seiner länglichen Schnauze herunter.

Haltung und Pflege

Ein Podhalaner gehört genauso wenig in eine beengte Stadtwohnung wie ein Elefant.

Bei seiner Größe versteht es sich im Grunde schon ganz von selbst, dass er sehr viel Platz benötigt. Diesen findet er im besten Fall auf einem großzügigen Anwesen, einem Bauernhof oder einem Haus mit Garten.

Im Garten wird er sich ohnehin am liebsten aufhalten, da er es von Anbeginn der Zeit gewohnt ist, sehr viel draußen zu sein.

So wäre hier ein ganz besonderes Plätzchen oder auch eine Hundehütte eine sehr nette Geste.

Seine Erziehung ist aufgrund seiner gelegentlichen Sturheit und seinem Willen nach Unabhängigkeit sehr komplex.

Podhalaner spielt mit einem Stöckchen
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Es empfiehlt sich seine Haltung ausschließlich für erfahrene Hundehalter.

Sein dichtes Fell, welches sich von selbst reinigt, sollte möglichst in Ruhe gelassen werden, damit es seine natürliche Schutzfunktion nicht verliert.

Er sollte höchstens einmal die Woche gebürstet werden. Auch ein gelegentlicher Blick nach Zecken, Flöhen oder Milben wäre natürlich sinnvoll.

Und natürlich braucht es auch noch einen guten Tierarzt, welcher sich regelmäßig um den wuscheligen „Eisbären“ kümmern wird.

Züchter

Inzwischen ist der Podhalaner nicht mehr nur in Polen, sondern auch in vielen anderen Regionen der Erde vertreten.

In Deutschland ist seine Zucht eher selten, weshalb unter Umständen mit einer längeren Wartezeit gerechnet werden muss.

Folgende Anlaufstellen könnten für Interessierte hilfreich sein:

www.pon-op.de/index.php?page=owczarek-podhalanski-zuechter

www.podhalaner-tatra.de/welpen/wurfplanung.html

podhalaner-ritzerau.de/

Literatur

HSH - Hirtenhunde / Herdenschutzhunde: Die verkannten Wesen
  • Cordt, Mirjam (Autor)
  • 197 Seiten - 11.07.2016 (Veröffentlichungsdatum) - Caniversum (Herausgeber)