Norwegischer Lundehund

Norwegischer Lundehund

Von diesem niedlichen Vierbeiner, welcher unter dem Namen „Norwegischer Lundehund“ bekannt ist, gibt es in heutiger Zeit kaum noch Exemplare.

Nachdem er seine ursprüngliche Berufung als Vogelfänger aufgeben musste und im Jahr 1940 einige seiner Art an der Krankheit Staupe verstarben, ist er nur noch sehr selten anzutreffen und gilt sogar als gefährdete Art.

Wirklich schade um den niedlichen Knopf.

Steckbrief

Rasse: Norsk Lundehund
Deutsche Bezeichnung:Norwegischer Lundehund
Bedeutung des Namens:„Lunde“ bezeichnet eine Vogelart zu der z. B. auch der „Papageientaucher“ gehört
Herkunft:Norwegen
Größe:Rüden 33 bis 38 cm, Hündinnen 30 bis 36 cm
Gewicht:6 – 9 kg
Lebenserwartung:12 – 14 Jahre
Fellänge:Kurz
Fellfarbe:Verschiedene Brauntöne, Rot, Schwarz, Weiß, Cremefarben, Blau, gemischt
Aufgaben:Eine der früheren Hauptaufgaben des Lundehundes war es, Vögel der Art „Papageientaucher“ zu jagen. Heute lebt er überwiegend als Haushund.
Listenhund:Nein
FCI Gruppe:Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
FCI Sektion:Sektion 2: Nordische Jagdhunde
FCI Standard:265
FCI Rasse-Standards:Zum PDF

Geschichte der Rasse

Die Geschichte dieses Hundes beginnt an der norwegischen Küste. Genauer gesagt auf der Insel Værøy in dem Ort Måstad.

Dort wurden die Hunde, bzw. auch schon ihre Vorfahren für die Jagd auf Papageientaucher gezüchtet. Weiterhin wurden sie darauf trainiert, deren Eier einzusammeln. Dieser ursprünglichen Aufgabe, verdanken sie auch ihren Namen. „Lunde“ ist das norwegische Wort für „Vögel“, welche sie damals jagten.

Durch seine Anatomie war der Norwegische Lundenhund für die Jagd auf Küstenvögel bestens geeignet.

Seine Pfoten, welche speziell mit 6 Zehen gezüchtet wurden, halten auch in rauen Gefilden wie Felsen und Klippen Stand. Des Weiteren halfen ihnen ihre Ohren, welche sie zuklappen können dabei, in unterirdische Höhlen vorzudringen, in welchen sich die Vögel häufig versteckten.

Norwegischer Lundehund 6 Zehen
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Auch das Tauchen beherrschten die wendigen Jäger bestens.

Die Lage änderte sich jedoch, als sämtliche Vögel Mitte des 19. Jahrhunderts überwiegend mit Netzen eingefangen wurden. Es bestand kein großer Bedarf mehr an der Rasse, weshalb sie sogar vom Aussterben bedroht war.

Sämtliche Exemplare aus der heutigen Zeit, stammen aus dem Ort Måstad, wo im Jahre 1940 auch viele Hunde der Staupe zum Opfer fielen. Eleonora Christi gilt als die Retterin der Rasse, als sie dem Ort damals einige Hunde zur Verfügung stellte, welche dort weiter gezüchtet werden konnten.

Allerdings blieb die Anzahl sehr klein und weitestgehend auf das Land Norwegen begrenzt.

Heute steht der Norwegische Lundehund, welcher am 06.10.1965 von der FCI anerkannt wurde, sogar unter Naturschutz.

Charaktereigenschaften

Der Norwegische Lundehund gilt in seinem Charakter als sehr unkompliziert und handlich. Er verfügt jedoch über eine ganze Menge Energie, welche er natürlich auch regelmäßig ausleben möchte.

Norwegischer Lundehund im Wald

Über die Jahre wurde von ihm eine sehr selbstständige Art abverlangt, als er regelmäßig auf Vogeljagd ging. Diese innere Unabhängigkeit besitzt er auch heute noch, weshalb es gelegentlich schwierig ist, ihn zu etwas zu bewegen, was er partout nicht möchte.

Auch wenn er charakterlich sehr unkompliziert ist, so behält er doch stets seinen eigenen Willen. Infolge dessen wird er sich niemals vollständig unterordnen.

Wird sein eigener Wille respektiert, so ist der Norwegische Lundehund ein ganz wunderbarer Lebenskamerad, welcher sich sicher und einfach erziehen lässt. Natürlich sollte seine Erziehung stets liebevoll und geduldig erfolgen.

Erfolgt die angemessene Sozialisierung, so sind auch Artgenossen keinerlei Problem für ihn. Mit Kindern versteht er sich gut, wenn diese ihn nicht überfordern und seine Signale richtig deuten.

Ganz kleine Kinder sollten nicht ohne elterliche Aufsicht mit ihm alleine sein, da deren hyperaktive und verspielte Art ihn schnell überfordern können.

Vom Wesen ist der Norwegische Lundehund ein etwas scheuer Vierbeiner, welcher sich überwiegend auf eine feste Bezugsperson fixiert.

Durch ein liebevolles Zuhause wird sein Vertrauen weiter gefestigt und es gelingt ihm, auf Dauer etwas aufzutauen. Fremden gegenüber reagiert er zunächst zurückhaltend, bis er die neuen Gesichter einigermaßen gut kennt.

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Erscheinungsbild

Der Norwegische Lundehund zählt zur Kategorie „kleine bis mittelgroße Hunde“. Rüden erreichen eine Widerristhöhe bis zu 38 cm und bringen bis zu 9 kg auf die Waage. Hündinnen sind von Natur aus etwas kleiner und meist auch etwas leichter.

Optisch erinnert das niedliche Nordlicht ein wenig an einen Fuchs, was unter anderem dem kuscheligen Fell und der buschigen Rute zu verdanken ist. Und natürlich auch seinen spitzen Stehohren, durch welche dem kleinen Jäger so schnell nichts entgeht. Dieser aufmerksame Vierbeiner hört selbst eine Ameise husten.

Sein dichtes, jedoch recht kurzes Fell ist äußerst robust und wetterfest. Es kommt in den unterschiedlichsten Farben und Mischungen vor.

In den meisten Fällen ist es eine farbliche Kombination aus einem Braunton und Weiß, weshalb er optisch auch etwas an einen Fuchs erinnert. Das Deckhaar ist rau und von dichter Unterwolle untermantelt.

Norwegischer Lundehund draußen

Eine weitere Besonderheit dieser Rasse ist die Tatsache, dass er pro Pfote über 6 Zehen verfügt. Ein Resultat aus früheren Züchtungen, als die Hunde noch in Klippen und Felsen auf Vogeljagd gehen mussten. Dies setzte eine präzise Trittsicherheit voraus.

Haltung und Pflege

Einen Norwegischen Lundhund in einer beengten Stadtwohnung unterzubringen, ist in etwa so, wie einen Löwen in den Kleiderschrank zu verfrachten. Ein schlichtes NO-GO!

Dieser Hund braucht jede Menge Platz und Bewegungsfreiheit. Ganz zu schweigen von regelmäßigen, langen Spaziergänge in freier Natur.

Weiterhin sollte seine Familie ausreichend Zeit mit ihm verbringen und ihn nicht über mehrere Stunden am Tag alleine lassen. Sollten diese Voraussetzungen nicht gegeben sein, so sollte besser kein Vierbeiner dieser Art adoptiert werden.

Sein robustes Fell bedarf im Grunde nur sehr wenig Pflege. Je häufiger er allerdings gebürstet wird, umso weniger Haare wird er im Haus verteilen.

Der Lundehund neigt zu starkem Tränenfluss. Wenn ihm seine Augen regelmäßig mit normalem Wasser vorsichtig gereinigt werden, so ist ihm dies eine Abhilfe. Und natürlich sollte sich auch ein kompetenter Tierarzt regelmäßig seiner Gesundheit annehmen.

Züchter

In Deutschland ist es nahezu unmöglich, einen Hund der Rasse Norwegischer Lundehund anzutreffen.

Selbst in seinem Heimatland Norwegen müssen Interessierte eine lange Zeit warten, um einen Welpen dieser Gattung mit nach Hause nehmen zu dürfen. Möglicherweise könnten folgende Adressen behilflich sein:

www.vdh.de/welpen/zuechter?id=340

www.maastad-hund.de/