Pfoten weg! Diese 5 Zimmerpflanzen sind Gift für deinen Hund

zimmerpflanzen giftig für deinen hund

Zimmerpflanzen sehen nicht nur schön aus und halten die Luftfeuchtigkeit hoch. Sie haben auch psychologische Auswirkungen auf uns. Wie du auf der Seite der University of Exeter nachlesen kannst, machen Pflanzen produktiver und ermöglichen konzentrierteres Arbeiten.

Kein Wunder also, dass so viele Haushalte ein paar grüne Mitbewohner haben.

Als Hundehalter musst du bei der Wahl deiner Konzentrationsbooster aber aufpassen. Viele typische Zimmerpflanzen sind für unsere Vierbeiner nämlich giftig. 5 davon stelle ich dir vor, sowie 4 ungiftige Alternativen.

☠️ Giftpflanze #1: Weihnachtsstern

weihnachtsstern ist giftig für deinen hund

Der Weihnachtsstern heißt auch Christstern oder Adventsstern. Er ist für seine leuchtend roten Blätter bekannt, die so aussehen, als hätte der Weihnachtsstern riesige Blüten. Die tatsächlichen Blüten sind allerdings gelb und winzig klein. Die Pflanze blüht im Winter. Wie auch ihr Name schon vermuten lässt, ist sie um die Weihnachtszeit bei uns zu finden.

Der Weihnachtsstern gehört zur Gattung Euphorbia. Typisch für diese Pflanzen ist ihr giftiger Milchsaft. Er befindet sich in der Pflanze und tritt bei Verletzungen aus. Bei Hunden führt er zu leichten Symptomen wie Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit.

Es handelt sich also nicht um eine lebensgefährliche Pflanze, wie auch diese Studie von E. P. Krenzelok und weiteren Forschern bestätigt. So schön sie auch ist, sollte sie trotzdem außer Reichweite unserer Vierbeiner stehen.

Die Menge, die der Hund für die Vergiftungserscheinungen fressen muss, lässt sich nur schwer festlegen. Kommt es aber dazu, kannst du damit rechnen, dass er mehrere Tage Symptome zeigen wird. Sorge dafür, dass dein Hund viel trinkt und rufe deinen Tierarzt an.

Normalerweise handelt es sich nicht um einen Notfall. Aber wenn du ein schlechtes Gefühl hast, gehe besser einmal mit deinem Hund vorbei.

☠️ Giftpflanze #2: Efeu

efeu ist giftig für deinen hund

Eine Efeutute ist als Zimmerpflanze sehr beliebt. Sie braucht nicht viel Pflege, ist robust und hat sattgrüne Blätter. Der Efeu steht dabei oft in einem Pflanzkorb und lässt seine Ranken hinunterhängen.

Unter der Decke ist es recht unwahrscheinlich, dass dein Vierbeiner herankommt. Steht die Pflanze auf der Fensterbank, laden die hinabhängenden Äste mit den großen Blättern aber zum Knabbern ein.

Efeu enthält in allen Pflanzenteilen mehrere Toxine. Zudem bildet die Pflanze Beeren, die hinabfallen können und ebenfalls giftig sind. Typische Symptome sind

  • Durchfall,
  • Erbrechen,
  • Schwindel,
  • Zittern,
  • Krämpfe,
  • vermehrter Speichelfluss und
  • Lähmungserscheinungen.

Die ersten Symptome treten allerdings erst etwa zwölf Stunden nach der Aufnahme auf. Dadurch bringen viele Hundebesitzer die Vergiftungserscheinungen gar nicht mehr mit der angeknabberten Efeutute in Verbindung.

Frisst dein Hund große Mengen Efeu, wird es lebensbedrohlich. Er fällt möglicherweise in einen Schock und erleidet einen Atemstillstand. Lasse ihn daher unbedingt von einem Tierarzt überwachen, auch wenn er bisher keine oder nur leichte Symptome zeigt.

☠️ Giftpflanze #3: Fensterblatt

Fensterblatt (Monstera) ist giftig für deinen hund

Die Monstera, auch als Fensterblatt bekannt, ist eine beliebte Zierpflanze, die große, löchrige Blätter bildet. Daher kommt auch ihr Name. Die Löcher sind quasi die Fenster. Die Pflanze selbst kann bis zu drei Meter hoch werden.

Alle Monsteraarten sind giftig. Lediglich die Monstera deliciosa bildet essbare Früchte und ist ungiftig für den Menschen. Sie enthält aber viel Oxalsäure, die für Welpen und alte Hunde gefährlich ist. Auch vorerkrankte Tiere, speziell Nierenprobleme, sollten auf keinen Fall einen Happs Monstera nehmen.



Frisst dein Hund etwas von dem Fensterblatt, kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden. Außerdem sind Hautreizungen möglich. Durch diese kratzt sich dein Hund eventuell, bis ihm das Fell ausgeht oder er sich selbst verletzt.

Sollte dein Hund etwas von einer Monstera fressen, beobachte ihn und animiere ihn zum Trinken. Wenn du hast, gib ihm ungesalzene Hühnerbrühe oder Eiswürfel. Manche Hunde fressen diese, auch wenn sie keinen Durst haben. Das zusätzliche Wasser verdünnt die Konzentration an Giftstoffen. Gehe mit ihm zum Tierarzt, wenn er Symptome bekommt.

☠️ Giftpflanze #4: Lilien

lilie ist giftig für deinen hund

Die Lilien sind eine Pflanzengattung, die über 125 verschiedene Arten enthält. Viele davon stehen auf Fensterbänken und Kommoden, weil sie so wunderschöne Blüten hervorbringen. Leider sind sie aber auch allesamt giftig für unsere Hunde.

Wie du auf der Internetseite der AGILA Haustierversicherung nachlesen kannst, ist die genaue Wirkungsweise der Toxine nicht bekannt. Wir kennen häufig nicht einmal den Inhaltsstoff, der für die Vergiftung verantwortlich ist.

Positiv ist: die zu erwartenden Symptome sind nicht schwerwiegend. Meistens kommt es durch Lilien nur zu Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen. Aufgrund von Magenkrämpfen verweigert dein Vierbeiner vielleicht seine nächsten Mahlzeiten. Danach sollte wieder alles gut sein.

Richtig gefährlich wird es, wenn du auch Katzen hältst. Für die Samtpfoten enden Vergiftungen mit Lilien oft tödlich. Teilweise reicht schon das Wasser, in dem die Blumen standen, für schwere Vergiftungserscheinungen aus.

☠️ Giftpflanze #5: Aloe Vera

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Echte Aloe kennst du sicher als hautpflegende Pflanze. Manche Menschen sagen ihr richtige, heilende Wirkungen nach. Allerdings, wie du in der Pharmazeutischen Zeitung nachlesen kannst, sieht die Studienlage dafür bislang mau aus.

In der Aloe vera sind Saponin und Aloin enthalten. Die Stoffe sollen die Pflanze vor Pilzbefall schützen. Beim Hund sorgen sie jedoch für Erbrechen, Durchfall, Krämpfe und sogar Lähmungserscheinungen, wenn er viel frisst.

Falls du dich jetzt fragst, ob das Aloe-vera-Gel, das du bei Verbrennungen oder Hautreizungen bei deinem Vierbeiner benutzt hast, gefährlich ist, kann ich dich beruhigen. Die bedenklichen Stoffe sind in reinem Gel nicht enthalten.

Du erkennst es daran, dass es durchsichtig und nicht gelb ist. Aloin ist in reiner Pulverform nämlich hellgelb. In der Pflanze sorgt es dafür, dass der aus den Blättern tretende Saft gelblich ist.

Das Gel wird jedoch tief aus dem Inneren der Pflanze gewonnen. Korrekt hergestelltes Aloe-vera-Gel enthält daher kein Saponin oder Aloin mehr.

Diese 4 Pflanzen sind unbedenklich für deinen Hund

Heißt das jetzt, dass du als Hundebesitzer kein frisches Grün im Haus haben darfst? Nein, zum Glück nicht. Es gibt viele Pflanzen, die für Hunde völlig unbedenklich sind. Natürlich sollte dein Hund sie trotzdem in Frieden lassen und nicht restlos auffressen.

Aber wenn er doch mal ein Blatt anknabbert, musst du nicht mit ihm zum Tierarzt.

Denke auch an Dünger oder Erde mit Zusätzen. Beides könnte für deinen Hund gefährlich sein. Im Zweifel sollte er also auch mit unbedenklichen Pflanzen nicht allein bleiben.

🌼 Unbedenklich #1: Streifenfarn

streifenfarn ist unbedenklich für deinen hund

Streifenfarnen sind uralte Pflanzen. Ihre Verwandten wurden schon von den Dinosauriern verspeist. Sie sind immergrün und bilden, je nach Art, lange Wedel aus.

Das Tolle an Streifenfarnen ist, dass sie einfach zu pflegen sind. Sie brauchen Licht, aber keine direkte Sonne. Außerdem mögen sie eine hohe Luftfeuchtigkeit und haben einen höheren Wasserbedarf als andere Zimmerpflanzen. Düngen musst du dein Streifenfarn nur selten.

Streifenfarne bilden eine Gattung innerhalb der Familie der Streifenfarngewächse. Sie gehören zur Klasse der Echten Farne und werden selbst in etwa 700 einzelne Arten unterteilt. Da bleiben wirklich keine Wünsche offen.

Bedenke aber, dass nur weil Streifenfarne für deinen Hund nicht gefährlich sind, er die Pflanze trotzdem nicht fressen sollte. Knabbert er gerne an Zimmerpflanzen, lasse ihn mit deinem neuen Mitbewohner nicht allein. Wähle einen sicheren Platz für die Pflanze außerhalb seiner Reichweite.

🌼 Unbedenklich #2: Kentiapalme

kentiapalme ist unbedenklich für deinen hund

Die Kentiapalme heißt eigentlich Forstersche Kentia und kommt aus Australien. Es handelt sich dabei um einen Baum, der bis zu 18 m hoch werden kann. Als Zimmerpflanze bleibt es normalerweise bei einer Größe von unter 3 m.

Die Kentiapalme braucht eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ansonsten ist sie aber sehr robust und kommt mit wenig Licht und sogar Vernachlässigung zurecht. Bist du nicht allzu hart mit ihr, leistet dir die Palme bis zu 50 Jahre Gesellschaft. Dafür steht sie am besten im Badezimmer und bekommt alle vier Wochen etwas Flüssigdünger in ihr kalkarmes Gießwasser.

Die Kentiapalme ist für Hunde völlig ungiftig. Auch Katzen und du selbst du könntest auf einem ihrer Blätter herumkauen. Bis auf einen unangenehmen Geschmack wirst du keine negativen Effekte dadurch feststellen.

🌼 Unbedenklich #3: Grünlilien

grünlilie ist unbedenklich für deinen hund

Die Grünlilie ist ein Spargelgewächs, das ursprünglich aus Afrika kommt. Es handelt sich also nicht um eine Lilie, die ja giftig wäre. Die Pflanze wächst horstbildend. Das bedeutet, dass viele ihrer Triebe eng stehen, sodass eine Art Nest oder ein Püschel aus vielen Blättern entsteht. Hängend können diese Triebe bis zu 1 m lang werden. Das ist aber eher die Ausnahme. Normalerweise bleibt die Pflanze kleiner als 60 cm.

Grünlilien gelten als anspruchslos und sind für Hunde und Katzen ungiftig. Lediglich ihre Samen können zu leichten Verdauungsbeschwerden führen.

In einer Studie von B. C. Wolverton und weiteren Forschern wird eine besondere Fähigkeit der Pflanze diskutiert: Sie senkt die Konzentration an Formaldehyd in dem Raum, in dem sie steht. Daher könnte sie Luftqualität verbessern, sofern es sich um einen nahezu völlig abgeschlossenen Raum handelt.

🌼 Unbedenklich #4: Geldbaum

geldbaum pflanze ist unbedenklich für deinen hund

Der Geldbaum ist auch als Pfennigbaum bekannt. Der Strauch wird im Freien bis zu 2,5 m hoch. Im heimischen Wohnzimmer bleibt er natürlich kleiner. In ihrem Inneren hat die Pflanze einen Saft, der für Hunde aber ungiftig ist.

Daher ist es nicht schlimm, wenn dein Vierbeiner mit den dicken Blättern spielt oder auch mal eines davon verschluckt. In großen Mengen kann es aber zu Erbrechen kommen.

Der Geldbaum bildet hübsche, zartrosafarbene Blüten aus. Trockene, warme Heizungsluft mag er nicht so gern. Stelle ihn im Winter daher besser an einen kühlen, hellen Ort. Dann braucht er auch viel weniger Wasser.

Als Sukkulente speichert das Bäumchen Wasser in seinen dicken Blättern. An warmen Tagen kann er daher einen deutlich höheren Wasserverbrauch haben. Außerdem freut sich die Pflanze hin und wieder über Sukkulentendünger.

Fazit

Leider sind viele beliebte Zimmerpflanzen für unsere Hunde gar nicht geeignet. Kontakt führt nicht immer sofort zu schweren Symptomen, sollte aber trotzdem vermieden werden. Schließlich weißt du nie, wie dein Hund auf die Gifte der Pflanze reagiert.

Glücklicherweise versorgt uns die Natur gleichzeitig mit vielen unterschiedlichen Alternativen. Diese stehen ihren giftigen Kollegen in Schönheit in nichts nach.

Trotzdem sollte dein Hund auch an diesen Pflanzen nicht herumkauen. Denke an Düngemittel, die ebenfalls für Hunde giftig sein können, und die Erde. Bringe deinem Hund daher auch bei den ungiftigen Zimmerpflanzen bei, diese in Ruhe zu lassen.

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