Mein Hund legt sich auf meinen Platz, wenn ich aufstehe – Warum macht er das?

Mein Hund legt sich auf meinen Platz wenn ich aufstehe
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Weggegangen, Platz vergangen? Manche Hunde spielen dieses Spielchen gern mit ihren Menschen. Kaum stehen sie auf, wirft sich der Vierbeiner auf den freigewordenen Sessel.

Ist das normal? Warum verhält sich dein Hund so? Musst du etwas dagegen unternehmen? Die Antworten auf diese und weitere Fragen findest du in diesem Artikel.

Mein Hund legt sich auf meinen Platz, wenn ich aufstehe – Ist das normal?

Ja, das ist völlig normal. Hunde sind Rudeltiere und suchen ständig unsere Nähe. Warm gesessene Sofakissen, die noch dazu nach uns riechen, kommen ihnen da sehr gelegen.

Aus ähnlichen Gründen, aus denen dein Hund auf deinem Platz liegt, legt er sich auf deinen Schoß. Arbeitest du im Homeoffice oder bist ansonsten viel zu Hause, macht Bello es sich möglicherweise auf deinen Füßen bequem.

Alles ist ihm recht, solange es nach dir riecht.

Warum dein Hund sich so verhält

Hunde legen sich aus unterschiedlichen Gründen auf unseren Platz. Einige davon sind süß und unbedenklich. Andere stellen dich als Chef infrage.

Dein Hund nimmt deinen Platz ein, wenn du aufstehst, weil

  • dein zurückgelassener Geruch ihm Sicherheit gibt,
  • er für dich auf deinen Platz aufpassen möchte oder
  • er dir deine Position streitig machen möchte.

Daneben kann es natürlich auch sein, dass dein Platz einfach gemütlich ist. Ich komme gelegentlich ins Wohnzimmer zurück und der zuvor am Fußende eingekugelte Hund liegt jetzt ausgestreckt auf dem Sofa.

Solche Situationen sollte man auch nicht überinterpretieren. Wir bewegen uns schließlich auch mal, wechseln die Position oder den Sitzplatz. Ob dein Hund sich mehr bei seiner Handlung gedacht hat, erkennst du an seinem Verhalten.

Dein Hund sucht Sicherheit

Dein Geruch kann für deinen Hund gerade dann wichtig sein, wenn er unter Verlustängsten leidet. Ob dein Hund unter Verlustangst leidet, erkennst du an seinem allgemeinen Verhalten.

  • Folgt er dir überall hin?
  • Reagiert er dramatisch und mit Jaulen und Bellen, wenn du ihn alleine lässt?
  • Kommt er kaum zur Ruhe, wenn du nach Hause kommst, und verliert dabei sogar etwas Urin?
  • Ist er den ganzen Tag angespannt und ruht kaum, um mitzubekommen, wenn du den Raum verlässt?

Hast du diese Fragen mit „Ja“ beantwortet, befürchtet dein Hund vermutlich, dass du nicht zu ihm zurückkommst.

Dein Geruch in den Sofakissen bietet ihm etwas Sicherheit, weswegen er sie so gern aufsucht.
Aber auch Hunde ohne diese Angst liegen gern dort, wo ihre Menschen liegen. Vielleicht kennst du das Phänomen von dir selbst:

Du möchtest den freigewordenen Platz im Bett auffüllen, wenn dein Partner aufsteht.

Ich schnapp mir beispielsweise sein Kissen und kuschel damit, wenn er vor mir aus dem Haus muss. Ich weiß, dass er zurückkommt. Aber trotzdem fühlt es sich falsch an, seine Bettseite leer zu lassen.

Vielleicht fühlt dein Hund da ähnlich. Indem er deinen Platz einnimmt, füllt er diese Lücke, auch ohne Verlustängste.



Kommt mein Mann aber zurück, mache ich ihm natürlich Platz. So sollte es auch bei deinem Hund sein. In einer gesunden Beziehung würde dein Hund dir deinen Platz zurückgeben. Tut er das nicht, ist die Suche nach Sicherheit vermutlich nicht die richtige Antwort in eurem Fall.

Dein Hund passt auf deinen Platz auf

Respektiert dein Hund deine Stellung, ist dein Lieblingsplatz wie ein Thron. Gibst du ihn frei, möchte dein Hund möglicherweise darauf aufpassen.

Sobald du zurückkommst, möchtest du dich dort schließlich wieder hinsetzen. Daher gibt ein Hund, der auf deinen Platz aufpassen möchte, ihn sofort wieder frei, wenn du wiederkommst.

Erkennbar ist das Verhalten also daran, dass er aufspringt, wenn du den Raum betrittst. Er wird es sich daher vermutlich nicht so gemütlich machen, sondern eher wachen, anstatt zu kuscheln.

Dein Hund stellt deine Position infrage

Auch das ist möglich. Gibt dein Hund deinen Thron nicht frei, wenn du zurückkommst, möchte er ihn vielleicht für sich.

Gerade selbstbewusste Hunde oder solche, die lange auf sich alleine gestellt waren, brauchen eine besonders sichere Umgebung. Ohne diese haben sie das Gefühl, selbst für ihre Sicherheit zuständig zu sein.

Das ist dein Hund aber nicht. Du bist sein Beschützer, nicht umgekehrt. Trefft ihr beispielsweise auf unbeliebte Artgenossen, hast du dafür zu sorgen, dass sie deinen Hund nicht bedrängen.

Ganz ehrlich: auch wenn ich sonst nicht so viel von der Wasserpistole halte, bei fremden Hunden mache ich eine Ausnahme. Pfeifen die anderen Hundehalter ihre Tiere nicht zurück, muss ich tätig werden.

Trittst du nicht so für deinen Hund ein oder hat er in seiner Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht? Dann ist das Liegen auf deinem Platz möglicherweise seine Art, einen Machtwechsel vorzuschlagen.

Wie du erkennst, dass sich dein Hund wohlfühlt

Hunde jeder Rasse zeigen ähnliches Verhalten, wenn sie glücklich sind und sich wohlfühlen. Daher kannst du ganz leicht an deinem Hund ablesen, wie zufrieden er bei dir ist.

Ein glücklicher Hund

  • kommt regelmäßig zur Ruhe,
  • frisst ausreichend,
  • schläft in deiner Nähe,
  • sucht Körperkontakt, fordert ihn aber nicht ständig ein,
  • begrüßt dich fröhlich,
  • verhält sich charakterentsprechend, ohne große Brüche, und
  • zeigt ein gesundes Maß an Neugierde.

Einen entspannten Hund erkennst du an seiner Körpersprache.

Er

  • wedelt leicht mit dem Schwanz,
  • hat sein Maul etwas geöffnet,
  • stellt seine Ohren weder auf, noch legt er sie an
  • steht nicht verkrampft,
  • liegt vielleicht auf der Seite und
  • fixiert nichts, hält die Augen möglicherweise geschlossen.

Solltest du etwas dagegen tun, dass dein Hund auf deinem Platz liegt?

Das entscheidet der Einzelfall. Leidet dein Hund unter starker Verlustangst oder traut er dir nicht zu, auf die Familie zu achten, musst du allgemein an eurer Beziehung arbeiten.

Dass er sich nicht mehr auf deinen Platz legt, ist ein Teil davon. Auch das Bett solltest du dann zumindest vorübergehend nicht mit deinem Vierbeiner teilen.

Übrigens hast du als Frau sogar einen Vorteil davon, wenn dein Hund dir ins Bett folgt. Sofern eure Beziehung gesund ist, natürlich. Eine Studie des Canisius College in Buffalo, USA, ergab, dass Frauen neben Männern schlechter schlafen, als neben Hunden.

Auch Katzen empfinden Frauen im Bett als störend. Hunde strahlen hingegen Komfort und Sicherheit für uns aus.

Das muss natürlich auf dich nicht zutreffen. Schnarcht dein Hund oder wühlt sich ständig von einer Seite zur anderen, ist das sicher nicht erholsam.

Beziehung stärken und Sicherheit vermitteln

Einen selbstbewussten Hund unterwirfst du nicht durch Gewalt oder indem du deine Macht ihm gegenüber ausspielst. Früher hieß es noch, man solle seine Hunde umwerfen, um die Rangfolge zu klären.

Heute vermitteln wir unseren Vierbeinern eher auf andere Weise, dass wir taugliche Rudelführer sind.
Dafür

  • stehst du in unangenehmen Situationen für deinen Hund ein,
  • achtest auf Gefahren und schützt deinen Hund davor,
  • bietest du Routinen und klare Anweisungen, ohne übermäßig streng zu sein,
  • bleibst im Training immer ruhig und geduldig und
  • überforderst deinen Hund nicht und nimmst seine Angst ernst.

Warum Ruhezonen für deinen Hund wichtig sind

Hunde brauchen viel mehr Schlaf und Ruhe als Menschen. Je nach Rasse, Alter und Typ ruhen sie bis zu 20 Stunden am Tag. Diese Zeit verbringen sie nicht dauerhaft im Tiefschlaf, aber sie liegen, dösen oder nicken auch mal weg.

Damit dein Hund auf etwa 14 bis 16 Stunde Ruhezeit pro Tag kommt, braucht er Ruhezonen. Dort bleibt er in jedem Fall ungestört.

Schlafmangel wirkt sich auch auf unsere Vierbeiner extrem negativ aus. Sie werden gereizt, aggressiv und bauen schließlich körperlich ab. Ihre Leistung nimmt ab, sie werden anfälliger für Krankheiten und bestehende Erkrankungen werden schlimmer.

Was seine Schlafposition über deinen Hund verrät, erfährst du in diesem Video.

Was die Schlafposition über deinen Hund verraten kann

Niemals solltest du deinen Hund wecken. Auch dann nicht, wenn du den Eindruck hast, dass er gerade einen Alptraum erlebt. Er könnte sich erschrecken und nicht mehr zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden.

Nicht selten schnappt ein Hund in dieser Situation, obwohl er eigentlich friedlich ist.

Das wäre sowohl für deine Hände als auch für eure Beziehung schlimm. Hat der eigene Hund einmal gebissen, ist das Vertrauen oft nachhaltig gestört.

Ruhezonen erschaffen

Damit dein Hund sich für Nickerchen zurückziehen kann, musst du ihm passende Ruhezonen schaffen. Das können Körbchen, Decken oder auch Transportboxen sein.

Ich kenne mehrere Hunde, die ihr ganzes Leben in Transportboxen geschlafen haben. Im Welpenalter war das zu ihrem eigenen Schutz. So konnten sie nachts keine Teppiche ankauen.

Später war es einfach Gewohnheit. Die Tiere fühlten sich dort wohl.

Eine Transportbox hat zudem den Vorteil, uns davon abzuhalten, unseren Hund zu stören. Einen schlafenden Hund im Körbchen zu streicheln, das würden wohl viele tun. Aber durch Gitterstäbe greifen oder den Arm durch die Tür schieben, auf die Idee kommt man selten.

Die Liegeplätze deines Hundes sollten geschützt, aber nicht zu abgeschieden liegen. Dein Hund soll seine Ruhe haben, sich aber nicht ausgeschlossen fühlen.

Die perfekte Ruhezone

  • liegt windgeschützt,
  • ist nicht der Sonne ausgesetzt,
  • befindet sich nicht vor einem Heizkörper,
  • ist mit Decken und/oder Kissen ausgestattet,
  • ist groß genug, dass dein Hund sich strecken kann,
  • befindet sich abseits des größten Trubels im Haus, sodass dein Hund nicht ständig gestört wird, und
  • bietet eventuell zusätzlichen Schutz, durch eine Wand im Rücken.

Bedenke aber, dass es eine Typfrage ist, wo sich dein Hund wohlfühlt. Einige benötigen mehr Ruhe als andere. Der begrenzte Raum einer Transportbox ist sicher auch nicht für jeden Vierbeiner etwas.

Möglicherweise wirst du daher etwas herumprobieren müssen, bis du die perfekte Ruhezone für deinen Hund geschaffen hast.

Auf Kommando ins Körbchen

Stört es dich, dass dein Hund ständig auf deinem Lieblingsplatz liegt, schicke ihn auf seinen Platz. Das Training geht schnell und ist besonders leicht, wenn dein Hund den Platz als Ruhezone akzeptiert hat.

Am Ende reicht ein Wort. Schon sucht dein Hund sein Körbchen auf, egal wo er sich gerade im Haus befindet. Wichtig ist nur, dass die Ruhezonen verschiedene Namen haben.

Das Körbchen, in dem dein Hund schläft, könntest du „Bett“ nennen. Seine Decke im Wohnzimmer heißt schlicht „Decke“. Die Transportbox nennst du kurz „Box“.

So weiß dein Hund immer, welche Ruhezone du gemeint hast.

Bewaffne dich mit Futter und Clicker. Gehe mit deinem Hund zu der Ruhezone, die du mit einem Kommando versehen möchtest. Lege etwas Futter hinein und sage, während dein Hund es sich holt, das ausgewählte Wort.

Betritt er die Decke oder das Körbchen, klickst du. Am Anfang reicht ein Fuß. Später sollte sich dein Hund beim Klicken ganz auf seinem Platz befinden.

Am besten funktioniert es, wenn du eine gewisse Routine einbringst. Abends vor dem Schlafengehen bringst du deinen Hund so ins Bett. Mittags beim Essen liegt dein Hund auf seiner Decke in der Küche.

Abends, wenn du vor dem Fernseher liegst, ruht dein Hund in seinem Körbchen usw.

Ein Welpe versteht das innerhalb von wenigen Wochen ohne langes Training jeden Tag. Die Routine reicht aus.

Mein Hund legt sich auf meinen Platz, wenn ich aufstehe – Das Fazit

Dass Hunde Rudeltiere sind, macht sich in allen Bereichen bemerkbar. Auch wenn sie sich auf deinen Platz legen, hat das etwas mit ihrem Rudelverhalten zu tun. Sie suchen deine Nähe, wollen deinen Platz sichern oder stellen dich als Anführer infrage.

Sofern dein Hund deinen Platz freiwillig hergibt und nicht an Verlustängsten leidet, musst du nichts gegen dieses Verhalten unternehmen. Tut er das nicht, sorge dafür, dass er dich als Rudelführer akzeptiert.

Dafür trittst du selbstbewusst auf und schützt deinen Hund bei Gefahren. Schaffe deinem Hund außerdem eigene Ruhezonen, in denen er entspannen kann.

Häufig gestellte Fragen

Warum legt sich mein Hund auf mein Kopfkissen?

Dein Kopfkissen riecht stark nach dir und ist gemütlich. Dein Hund hat demnach Sehnsucht nach dir oder mag es einfach etwas weicher.

Wovon träumen Hunde?

Hunde verarbeiten in ihren Träumen das am Tag Erlebte, wie wir Menschen. Nach einem Ausflug am Strand, träumt dein Hund daher möglicherweise vom Meer.

Wie erkenne ich, dass mein Hund seine Ruhezonen mag?

Nur wenn er sie mag, wird er sie nutzen. Bleiben Körbchen und Decken leer, ist dein Hund mit deiner Wahl wohl nicht zufrieden.

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